Einlagern & Lagerung
Warum die richtige Möbellagerung über den Wert entscheidet
Feuchtigkeit, Temperaturwechsel und Druckstellen sind die drei Hauptrisiken der Möbellagerung. Alle drei lassen sich mit einfachen Maßnahmen vermeiden.
Veröffentlicht am 20. Februar 2022 · Aktualisiert am 21. August 2026

Möbel gehen beim Lagern selten kaputt, weil jemand sie fallen lässt. Sie gehen kaputt, weil sie monatelang in der falschen Umgebung stehen. Drei Ursachen erklären fast alle Schäden: Feuchtigkeit, wechselnde Temperatur und dauerhafter Druck. Wer sie kennt, kann sie mit wenig Aufwand ausschließen.
Feuchtigkeit: die häufigste Ursache
Holz arbeitet. Es nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie wieder ab, und dabei quillt und schwindet es. Bei dauerhaft hoher Luftfeuchte löst sich Leim, Furnier hebt sich, Massivholz verzieht sich, Spanplatten quellen an den Kanten auf und werden nie wieder flach. Polster und Matratzen nehmen Feuchte auf und schimmeln, Metallteile setzen Rost an.
Praktisch heißt das: Ein Kellerraum ohne Belüftung, eine Garage mit Bodenkontakt oder ein Dachboden ohne Dampfsperre sind schlechte Lagerorte, auch wenn sie nichts kosten. Als Zielwert gelten 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte. Ein einfaches Hygrometer kostet wenige Euro und sagt Ihnen mehr als jede Vermutung.
Zwei Maßnahmen helfen fast immer: Möbel nicht direkt auf den Boden stellen, sondern auf Paletten oder Latten, und keine dichten Kunststofffolien verwenden. Folie hält die Feuchtigkeit nicht draußen, sondern innen. Atmungsaktive Baumwolldecken oder Vliesabdeckungen sind besser.
Temperaturwechsel
Nicht die Kälte selbst schadet, sondern der Wechsel. Bei jedem Wechsel zwischen warm und kalt bewegt sich das Material, und Verbindungen, die viele Zyklen mitmachen müssen, lockern sich. Kritisch sind unbeheizte Räume mit Sonneneinstrahlung, wo es tagsüber dreißig Grad und nachts fünf hat.
Besonders empfindlich reagieren furnierte Flächen, Instrumente, Leder und Elektronik. Bei Leder trocknet zusätzlich das Fett aus, es wird rissig. Wer wertvolle Stücke einlagert, sollte auf einen klimatisierten Raum nicht verzichten. Für Kunst gilt das besonders, dazu steht mehr unter Kunstwerke einlagern.
Druckstellen und Statik
Ein Sofa, auf dem sechs Monate eine Kommode steht, behält die Delle. Polster erholen sich nicht mehr vollständig, wenn der Schaum dauerhaft zusammengepresst war. Matratzen gehören flach liegend gelagert, nicht aufgestellt und nicht gerollt, sonst verformt sich der Kern.
Beim Stapeln gilt: schwer und stabil nach unten, leicht nach oben, und nie direkt Fläche auf Fläche. Eine Decke zwischen zwei Möbelstücken verhindert Kratzer und verteilt den Druck. Tischplatten stehen besser senkrecht und gesichert an der Wand als waagerecht als Ablage, denn waagerecht wird darauf gestellt.
Vor dem Einlagern: sauber und trocken
Was schmutzig eingelagert wird, kommt schlechter heraus, als es hineinging. Essensreste und Krümel ziehen Ungeziefer an, Fettflecken auf Polstern setzen sich fest, und Feuchtigkeit in einem Textil verteilt sich im geschlossenen Raum.
Die Reihenfolge vor dem Einlagern:
- Alles reinigen, Polster absaugen, Holzflächen abwischen
- Vollständig trocknen lassen, mindestens einen Tag
- Zerlegen, was sich zerlegen lässt, Schrauben beutelweise am Möbel befestigen
- Kanten und Ecken polstern, Glas separat sichern
- Abdecken mit atmungsaktivem Material
- Aufstellen mit Abstand zu Wand und Boden
Den Lagerort wählen
Ein trockener, gleichmäßig temperierter und belüfteter Raum ist mehr wert als ein günstiger. Wenn Sie zwischen Optionen wählen, prüfen Sie Luftfeuchte, Zugänglichkeit, Versicherungsschutz und ob der Anbieter das Klima überhaupt kontrolliert. Worauf es dabei ankommt, steht unter Den richtigen Lagerraum auswählen, der Kostenvergleich unter Professionelle Lagerung oder Self-Storage.
Ein letzter Punkt, der oft vergessen wird: Prüfen Sie, ob Ihre Hausratversicherung eingelagerte Gegenstände abdeckt. Häufig gilt der Schutz für ausgelagerte Sachen nur zeitlich begrenzt und nur bis zu einer bestimmten Summe. Bei längerer Lagerung lohnt die Nachfrage beim Versicherer, bevor etwas passiert.